Gartenarbeit im Mai

Im Mai merkt man plötzlich, dass der Garten richtig loslegt. Im April hat man noch viel vorbereitet, aber jetzt wächst alles gleichzeitig. Die Beete werden voller, die Pflanzen legen sichtbar zu, und auf einmal kann man auch ernten.

Es sind oft die einfachen Dinge, die den Monat ausmachen. Ein frischer Salat, ein paar Radieschen und diese tägliche Runde durch den Garten, die mehr bewirkt, als man vorher denkt.

Die tägliche Runde, die den Garten zusammenhält

Zur Zeit gehe ich einmal am Tag durch den Garten, meistens so gegen neun Uhr. Ich nehme mir nichts Großes vor, sondern schaue einfach: Was hat sich verändert? Wo muss ich eingreifen? Was kann noch warten?
Dabei ergeben sich fast immer ein paar Handgriffe von selbst. Hier ein bisschen Unkraut zupfen, da eine Pflanze stützen oder etwas gießen. Es fühlt sich nicht nach Arbeit an, sondern wie wenn ich den Garten begleite.

Erste Ernten

Der erste Salat und die Radieschen sind für mich jedes Jahr ein kleiner Wendepunkt. Bis dahin arbeitet man viel vor, aber jetzt kommt endlich etwas zurück.
Gerade beim Salat habe ich gemerkt, wie wichtig die Menge ist. Letztes Jahr hat er nicht gereicht. Dieses Jahr baue ich bewusst mehr an, damit er einfach immer da ist.

Hühner, Nachwuchs und Chaos im Beet

Im Mai passiert auch im Hühnerstall einiges. Es ist die Zeit für Nachwuchs, und wir verlieben uns jedes Mal wieder neu. Das gehört für mich genauso zum Garten wie die Pflanzen.

Gleichzeitig bringen die Hühner auch ordentlich Unruhe rein. Sobald ihre Federn nachgewachsen sind, fliegen sie wieder über den Zaun und landen natürlich genau in den Beeten. Dann wird gescharrt, Erde liegt überall, und ich fange wieder von vorne an. Nicht selten fluche ich dazu innerlich.

Das gehört einfach dazu. Man versucht, Ordnung reinzubringen, und gleichzeitig passiert immer wieder etwas, das sich nicht planen lässt.

Gras wächst, so war das nicht geplant

Im Mai schießt das Gras richtig. Die Mengen an Grasschnitt sind nicht zu unterschätzen.
Ich nutze ihn auf zwei Arten: Ein Teil kommt auf den Kompost, ein Teil direkt in den Hühnerstall. Beim Kompostieren muss man ein bisschen aufpassen, weil frisches Gras schnell zusammenklebt und dann anfängt zu faulen.

Dinge, die jetzt einfach passieren

Der Wein wächst sichtbar weiter und sucht sich seinen Weg ums Haus. Die Sommerblumen kommen langsam, und irgendwann steht der erste selbst gepflückte Strauß auf dem Tisch.

Das sind keine großen Ereignisse, aber genau diese Momente zeigen, dass sich die Arbeit im Garten verändert. Außerdem denke ich oft, ich werde immer mehr wie Oma. Ich habe bestimmt ihren Grünen Daumen. Geht es euch auch so oder bin ich die Einzige?

Was im Mai ausgesät und gepflanzt wird

Im Mai ist noch einmal richtig viel möglich.

Blattpflanzen

Kopfsalat, Eisbergsalat, Eichblatt, Batavia, Lollo oder Rauke, Gemüsefenchel und Mangold
Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Palmkohl, Winterwirsing, Winterporree
Petersilie, Dill, Thymian und Basilikum

Wurzelpflanzen

Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Haferwurzel, Steckrüben, Wurzelpetersilie

Fruchtpflanzen

Zuckermais, Erbsen, Edamame, Busch- und Stangenbohnen.

Jetzt ist auch die Zeit für Kürbis, Zucchini und Gurken, die nach draußen dürfen allerdings mit Blick auf die Eisheiligen (11.5. – 15.5.2026). Vorher kann es nochmal kritisch werden.

Blütenpflanzen

Sommerblumen und Blumenzwiebeln wie Dahlien, Gladiolen und Begonien werden jetzt gesteckt.
Auch Brokkoli fühlt sich an den Blütentagen wohl.

Biodynamische Arbeit im Mai

Neben dem, was man direkt sieht, laufen im Hintergrund viele Prozesse.

Hornmist (500) wird bei Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflanzung eingesetzt und unterstützt das Bodenleben.

Hornkiesel (501) wird im Obstbau vor und nach der Blüte gespritzt. Im Gemüse kommt er bei Blattbildung, Fruchtansatz und später zur Reife zum Einsatz – morgens oder nachmittags, je nach Ziel.

Baldrian (507) hilft im Obst- und Weinbau bei Frostgefahr und kann auch nach Schäden eingesetzt werden.

Ackerschachtelhalmtee (508) wird bei pilzanfälligen Pflanzen gespritzt, auf Boden und Pflanze.

Die Kompostpräparate begleiten den Kompost, vor allem wenn Mist anfällt oder umgesetzt wird.

Das Fladenpräparat kommt zum Einsatz, wenn z. B. Gründüngung in den Boden eingearbeitet wird.

Erdbeeren nicht vergessen

Die Erdbeeren sind jetzt im Aufbau. Eine Düngung in drei Gaben kann ihnen helfen, gleichmäßig durch die Saison zu kommen. Letztes Jahr habe ich sie vor allem ausgelichtet und mit Stroh unterlegt. Dieses Jahr achte ich zusätzlich stärker auf die Versorgung.

So ich hoffe ich habe an alles gedacht, wenn ihr noch einen Tipp habt, schreibt gern in die Kommentare, dann haben alle was davon.

Herzlichst,
Eure Katrin

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