Biodynamisch gärtnern, muss ich dafür meinen ganzen Garten umstellen?

Als ich mich am Anfang mit dem biologisch-dynamischen Gärtnern beschäftigt habe, wirkte das alles erschlagend auf mich. Aussaattage, Präparate, Kompost, Bodenpflege, Pflanzenpflege und möglichst geschlossene Kreisläufe sind nur die Oberbegriffe. Dann kommen noch Begriffe wie Hornmist oder Hornkiesel dazu. Da könnte ich schon auf die Idee kommen: Wenn ich biodynamisch gärtnern möchte, muss ich jetzt meinen kompletten Garten umstellen. Denn schließlich wollte ich es perfekt machen.
Weil ich aber vieles nicht verstand, musste ich zwangsläufig anders anfangen.

Ich habe nicht eines Morgens beschlossen: Ab heute ist hier alles biodynamisch

Mein Garten war schon vorher da und ich kann mich auch nicht über die Ernten beschweren, die ich vorher Eingefahren habe, aber durch die Biologisch-dynamische Landwirtschaft hat sich mein Blick verändert. Ich bin inzwischen der Meinung, dass wir ein Besseres Verständnis brauchen von der Welt in der wir leben. Nicht als Krone der Schöpfung, sondern als ein Teil der Ursprünglichen Natur. Nehmen wir zum Beispiel den Boden.

Noch vor ein paar Jahren habe ich habe ich den Boden einfach genutzt. Er war etwas in das meine Pflanzen hineingesetzt wurden und denen ich auf gut Glück Wasser und pflanzliche Dünger gegeben habe.
Jetzt, durch das beschäftigen mit dem komplexen Thema, lerne ich immer mehr dazu. Erde ist nicht gleich Erde. Sie braucht nicht nur Wasser und ein paar Nährstoffe. Die Pflanzen arbeiten mit Mikroorganismen zusammen, und genauso gehören die Regenwürmer und auch wie bei uns die Hühner dazu.
Dann hatte ich verstanden, es geht nicht darum mehr Ertrag zu ernten, es geht um die Qualität, den Boden jedes Jahr etwas zu verbessern und den Blick zu öffnen.

Man könnte meinen , um mit den Worten meiner Tochter zu sprechen, ich habe das Spiel durchgedribbelt. Aber ganz ehrlich, ich arbeite grade sehr an meinem Boden, der Rest kommt.

Muss ich also alles biodynamisch machen?

Nein. Zumindest nicht, wenn du einfach zu Hause in deinem Garten anfangen und Biodynamik kennenlernen möchtest. Du kannst dir einen Bereich herausnehmen, zum Beispiel ein Beet, eine Kultur oder sogar nur eine Sache, die du in diesem Jahr ausprobieren möchtest. Ich habe mir damals die Aussaattage von Maria Thun vorgenommen und von dort aus gestartet. Ich persönlichfinde das für Einsteiger viel sinnvoller, als sich am Anfang mit zwanzig neuen Regeln zu überfordern. Denn das Problem kenne ich selbst: Sobald etwas zu kompliziert wird, landet es irgendwann auf einer Liste mit Dingen, mit denen ich mich „noch mal in Ruhe beschäftigen“ möchte. Und dann passiert erst einmal gar nichts. Also lieber unperfekt starten, als perfekt zu warten. (Autor unbekannt)

Womit könnte man anfangen?

Für mich gibt es nicht den einen richtigen Einstieg, zumindest nicht nach jetzigem Kenntnisstand. Vielleicht interessieren dich die Aussaattage nach Maria Thun. Dann kannst du einfach einmal probieren, deine Saat an einem anderen Tag in die Erde zu bringen. Vielleicht interessiert dich aber auch der Boden mehr. Dann kannst du anfangen, ihn bewusster zu pflegen, mit Kompost zu arbeiten und darauf zu achten, ihn nicht unnötig lange offen liegen zu lassen. Oder du möchtest eines der biologisch-dynamischen Präparate kennenlernen. Ich arbeite momentan selbst vor allem mit Hornmist 500 und Hornkiesel 501.

Und auch da gilt: Ich möchte erst verstehen, was ich da eigentlich tue und beobachten, was in meinem Garten passiert, bevor ich einfach immer mehr Dinge dazu nehme.

Herzlichst,
Eure Katrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert