Diese Woche habe ich die letzten Salate aus dem Beet geholt. Mit ihnen kam auch jede Menge flächiges Unkraut mit heraus. Der Boden lag dann frei da, und der erste Blick war ernüchternd. Die Erde war trocken. Keine Krümel und kein einziger Regenwurm waren zu sehen. Das möchte ich ändern, egal wie klein mein Garten ist. Es kann doch nicht sein, das ich wenn ich einen gepflegten Boden haben möchte, mir Erde Kaufen muss. Nun gut, dann schauen wir mal was ich euch interessantes zu berichten habe.
Was mit dem Boden im Hochsommer passiert
Im Hochsommer entfaltet sich die Erde am stärksten. Über der Oberfläche breiten sich Licht, Luft und Wärme aus. Darunter steht der Boden unter enormem Stress. In der biodynamischen Landbaukunst nach Manfred Klett wird der Boden oft mit einem Zwerchfell verglichen. Er vermittelt zwischen den kühlen Tiefenkräften der Erde und den warmen Prozessen des Kosmos. Sobald wir ernten, verliert dieser empfindliche Organismus seinen Schutzmantel. Er liegt dann ausgeliefert da. Genau das habe ich an meinem Salatbeet gesehen, trocken und kaum Leben zu erkennen.
Warum der Stoppelsturz jetzt so wichtig ist
Der Stoppelsturz unterbricht die Kapillarität im Boden. Ohne diesen Eingriff wandert das Wasser aus den tieferen Schichten ungehindert nach oben und verdunstet einfach. Eine flache, ritzende Bearbeitung schafft stattdessen eine feinkrümelige Schicht. Diese Schicht wirkt wie eine Isolierung und hält die Feuchtigkeit im Boden. Gleichzeitig führt ihr dem Boden Sauerstoff zu. Das unterstützt das Bodenleben, statt es durch Staunässe zu ersticken.
Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal bewusst zum Grubber gegriffen, genauer gesagt zu Omas altem Grubber, der schon lange im Schuppen stand. Es war recht einfach, den Boden aufzubrechen. Darunter hielt sich noch etwas Feuchtigkeit. Der Zeitpunkt war diesmal weniger nach dem Mondkalender ausgerichtet. Sonst orientiere ich mich möglichst an einer Kombination aus Wetter und Maria Thun. Diesmal sollten die Salate und das Unkraut aber einfach an die Hühner gehen, bevor sie welk wurden. Manchmal entscheidet eben doch der Alltag und nicht der Kalender.
So setzt ihr den Stoppelsturz im kleinen Garten um
Sobald ein Beet abgeerntet ist, egal ob von Salat, Kartoffeln oder Erbsen, solltet ihr nicht lange warten. So schützt ihr den Boden am besten:
Bei mir stehen die Buschbohnen und Erbsen noch. Die Erbsen müssen in den nächsten Tagen raus. Die Bohnen dürfen noch weitertragen, weil ich sie in diesem Jahr spät gesät habe. Sobald sie geerntet sind, bleiben auch dort die Wurzeln im Boden. Ich bin gespannt, wie sich das Bodenleben dort im Vergleich zum Salatbeet entwickelt.
Eine bewusste Handlung, kein Pflichttermin
Manfred Klett beschreibt, dass der Tritt des Gärtners düngt. Der Stoppelsturz ist damit keine reine mechanische Pflicht. Er ist eine Möglichkeit, den Boden bewusst wieder zu öffnen und ihm nach der Ernte Aufmerksamkeit zu schenken. Bei mir war es diesmal vor allem der trockene, tote Eindruck des Bodens, der mich zum Handeln gebracht hat. Ich habe kein einzigen Regenwurm gesehen, weil sie so tief sind und das war Warnung genug.
Herzlichst,
Eure Katrin







