10 Tipps für einen klimaresilienten Garten 

Unser Schutz vor Hitze, Dürre und Extremwetter 

Der Klimawandel zeigt sich immer deutlicher in unseren Gärten: Hitzeperioden, plötzliche Starkregen, ausgetrocknete Böden. Oder wie bei uns letztes Jahr, ein Hagelschlag mit golfballgroßen Körner. Nicht nur unsere Ernte fiel dadurch deutlich geringer aus, es zerstörte unter anderem auch unser Gewächshausdach.

Mit ein paar einfachen Maßnahmen können wir unseren Garten besser gegen diese Extreme wappnen und zugleich die Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt stärken. Hier sind die wichtigsten Tipps für einen klimaresilienten Selbstversorgergarten, die ich gefunden habe: 

1. Boden immer bedeckt halten 

Weil ein nackter Boden austrocknet und hart wie Stein wird, sollten wir unsere Beete mit Mulch (Grasschnitt, Laub, Stroh) oder Gründüngung (Phacelia, Ringelblume, Kapuzinerkresse) bedecken. So bleibt die Feuchtigkeit im Boden und das Bodenleben aktiv. 

2. Regenwasser sammeln und clever bewässern 

Wir nutzen zu Hause Regentonnen, Wassertanks oder Kübel, um Regenwasser zu speichern und das kann ich auch nur weiterempfehlen. Außerdem bewässere ich am frühen Morgen oder abends, um Verdunstung möglichst gering zu halten. Tropfschläuche oder Tonkegel helfen dabei, Wasser direkt an die Wurzeln zu bringen. Bei uns haben wir im Gewächshaus welche verlegt. Das klappt dort ganz gut.

 3. Schattenspender pflanzen 

Man kann Sträucher, Obstbäume oder hochwachsende Stauden als natürlichen Sonnenschutz für empfindliche Pflanzen pflanzen. Auch rankende Pflanzen an Rankgittern können schattige Plätze schaffen. Tolle Inspirationen gibt es dazu bei Pinterrest.

 4. Mischkultur statt Monokultur 

Um die Pflanzen zu stärken und mehr Kraft im Kampf gegen Schädlinge zu geben, ist es eine bewährte Taktik, verschiedene Pflanzenarten zusammen zu pflanzen. Zum Beispiel: Möhren und Zwiebeln, Bohnen, Kürbis und Mais, Tomaten und Basilikum, sind nur wenige der so geschätzten Mischkulturen.

5. Zwischenfrüchte und Gründüngung nutzen 

Nach der Ernte säe ich , seit dem ich es weiß, Zwischenfrüchte wie Phacelia, Senf oder Klee. Sie verbessern den Boden, lockern ihn, schützen vor Austrocknung und sorgen für Nährstoffe im nächsten Jahr. Wichtig ist nur, dass wir an die Fruchtfolge denken, damit wir es den Pflanzenkrankheiten so schwer wie möglich machen.

6. Biodynamische Präparate einsetzen 

Mit einfachen, natürlichen Pflanzenpräparaten können wir den Boden und die Pflanzen stärken: 
Hornmist (500) für Bodenfruchtbarkeit 
Hornkiesel (501) für Licht- und Wärmekräfte 
Ackerschachtelhalm-Tee (508) gegen Pilzkrankheiten und für stärkere Pflanzen 

Diese Präparate werden als Spritzung angewendet und wirken sanft regulierend auf den Gartenorganismus, weshalb ich auch ein Fan der Biologisch-dynamischen Lebensmittelerzeugung geworden bin.

7. Wildkräuter zulassen 

Löwenzahn, Giersch, Gundermann und Co. sind nicht nur lästig, sie lockern den Boden, bieten Nahrung für Insekten und halten den Boden bedeckt. Darum wird mein Garten nie komplett clean sein, weil ich ab und zu denke: „Damit könnte ich in der Küche etwas zaubern und die Vogelmiere lieben die Hühner !“

Als Wildkräuterpädagogin kann ich es nicht lassen, hier etwas Werbung für unsere heimischen Pflanzen zu machen. Junge Löwenzahnblätter bringen pepp in deinen Salat und aus Giersch kannst du ein traumhaftes Pesto zaubern. So nun weiter im Text.

8. Kompost richtig nutzen 

Wir haben einen eigenen Komposthaufen gebaut und ergänze ihn mit biodynamischen Kompostpräparaten. Das verbessert die Reifung, aktiviert das Bodenleben und liefert wertvollen Humus für unsere Beete. 

9. Wasser in der Fläche halten 

Vorweg, ich mache das noch nicht, aber ich möchte euch den Tip hier nicht vorenthalten. Man sollte kleine Mulden, Mulchgräben oder sanfte Erhöhungen quer zur Hanglage schaffen, um Regenwasser besser im Garten zu verteilen und zu speichern. So versickert es langsam und versorgt den Boden nachhaltig. 

10. Wissen teilen und Gemeinschaft stärken 

Wenn wir mit unseren Nachbarn sprechen, können wir Erfahrungen zum Beispiel über resistentere Sorten tauschen, oder Pflanzen und Saatgut können den Garten wechseln. Je mehr Menschen naturnah gärtnern, desto gesünder wird eure ganze Umgebung. 

Sofortprogramm für heiße Tage 

  • Hornmist (500): 1 g in 3 l Regenwasser, 60 Min. rühren, 100m² + 1% Lehmschwemme abends aufs Beet spritzen(Handfeger)
  • Ackerschachtelhalm-Tee (508): 30 g getrockneten Schachtelhalm in 3 l Wasser 15 Min. rühren, sprühen wenn Pilzgefahr und schwüle Hitze 
  • Hornkiesel (501): 0.04g auf 100m², 60 Mon dynamisieren, nächster morgen fein verstäuben, dann alle 3 Wochen so lange Hitze anhält und Bewässerung möglich
  • Kompost-/ Fladenpräparat: 10 g in 5 L Wasser, 20 Min rühren direkt nach Hornmist als Blattnebel.  
  • 5 cm Mulchschicht aus Grasschnitt oder Laub auf alle Beete Wassertonnen füllen und Tropfschläuche prüfen, Tücher über empfindliche Pflanzen spannen 

Langfristig denken 

  • Dauer-Mulchbeete anlegen 
  • Kompostplatz erweitern
  • Zwischenfrüchte einplanen
  • Obst- und Beerensträucher als Schattenspender pflanzen
  • Regenwasserzisternen aufstellen
  • Biodynamische Spritz-Rhythmen (500, 501, 508) etablieren 

Ich hoffe ich habe euch einen ersten Überblick gegeben, was schon mit kleinen Dingen erreicht werden kann und dass es auch Dinge sind, die die meisten von ihren Großeltern mitbekommen.

Herzlichst,
Eure Katrin

Quelle:
Anleitung zu Anwendung der biologisch-Dynamischen Feldspritz- und Düngerpräperate von Christian und Eckard von Wistinghausen, Scheibe, Heilmann, König

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