Erdbeeren anbauen, Anleitung nach Maria Thun

Mit Erdbeeren hatte ich bisher nicht besonders viel Glück. Mal hatte ich eine Sorte mit vielen kleinen Früchten, mal war der Standort nicht optimal und auch die Erde hätte besser sein können.

Letztes Jahr hatte ich Erdbeeren auf der Festseite im Garten. Die Sorte weiß ich leider nicht mehr, aber sie hatte größere Früchte. Das gefiel mir wesentlich besser. Viel Pflege haben die Pflanzen allerdings nicht bekommen. Sie waren bei der normalen Hornmistspritzung dabei und ich habe sie an Fruchttagen bearbeitet. Das war es im Großen und Ganzen. Nachdem ich mich jetzt mit den Empfehlungen von Maria Thun beschäftigt habe, weiß ich: Da geht noch einiges mehr.

Erdbeeren als Fruchtpflanzen anbauen

In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft werden Pflanzen in Wurzel-, Blatt-, Blüten- und Fruchtpflanzen eingeteilt. Erdbeeren gehören zu den Fruchtpflanzen. Maria Thun empfiehlt deshalb, sie möglichst an Fruchttagen zu pflanzen und zu pflegen. Das habe ich bei meinen Erdbeeren bereits gemacht und möchte es auch weiterhin so handhaben.
Besonders günstig soll die Pflanzung sein, wenn Sonne und Mond vor dem Sternbild Löwe stehen und gleichzeitig absteigender Mond beziehungsweise Pflanzzeit ist.
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Der Boden spielt eine wichtige Rolle

Erdbeeren wachsen sehr dicht über dem Boden und damit nach Thun im sogenannten „Pilzniveau“. Gleichzeitig brauchen sie ausreichend Nährstoffe, sollten aber nicht übermäßig gedüngt werden. Das war für mich interessant, denn bisher habe ich meinen Erdbeeren gar nicht besonders viel Aufmerksamkeit beim Thema Boden und Düngung geschenkt.

Für die Pflege empfiehlt Thun unter anderem reifen Kompost. Auch Brennnesselkompost soll sich für Erdbeeren besonders gut eignen. Gerade weil mein Boden nicht immer optimal für die Erdbeeren war, möchte ich hier in Zukunft genauer hinschauen.

Die Pflege beginnt direkt nach der Ernte

Das war für mich neu: Nach der Erdbeerernte beginnt bereits die Vorbereitung auf die Ernte des nächsten Jahres. Die Pflanzen bilden nach der Ernte neues Laub und legen bereits die Blütenansätze für das folgende Jahr an. Maria Thun empfiehlt nach der Ernte etwa zwei 10-Liter-Eimer reifen Kompost auf 10 m² Erdbeerbeet. Der Kompost wird zwischen den Reihen verteilt und leicht eingearbeitet, aber nicht direkt auf die Pflanzen gegeben. Anschließend wird noch zwei- bis dreimal an Fruchttagen gehackt. Auch Hornkiesel kann in der weiteren Pflege eingesetzt werden.

Bei meinen Erdbeeren war nach der Ernte bisher einfach Schluss. Die Früchte wanderten direkt in meinen Mund und anschließend habe ich die Pflanzen weitgehend in Ruhe gelassen. Das möchte ich ändern.

Das Erdbeerlaub bleibt stehen

Das Laub meiner Erdbeeren habe ich bisher nicht abgemäht. Damit lag ich nach den Empfehlungen von Maria Thun richtig. Sie rät davon ab, das Erdbeerlaub nach der Ernte komplett abzumähen. Nach ihren Beobachtungen kann das im folgenden Jahr unter anderem Probleme mit faulenden Früchten begünstigen. Ich werde das Laub deshalb auch weiterhin stehen lassen.

Erdbeeren können mehrere Jahre auf dem Beet bleiben

Überrascht hat mich, dass Erdbeeren nach Maria Thun etwa fünf bis acht Jahre auf derselben Fläche bleiben können. Damit lohnt es sich natürlich noch mehr, ihnen von Anfang an einen guten Standort zu geben und den Boden vernünftig vorzubereiten. In Thuns Fruchtfolgeplänen stehen Erdbeeren beispielsweise nach Kartoffeln oder nach einer Gründüngung mit Roggen und Lupinen.

Erdbeeren an Fruchttagen ernten nach Maria Thun

Auch für die Ernte empfiehlt Thun bevorzugt Frucht- oder Blütentage. Die Erdbeeren sollten außerdem nicht mehr nass vom Morgentau sein, wenn sie gepflückt werden. Ob ich mich bei der Ernte immer an den Kalender halten werde, bezweifle ich allerdings. Eine reife Erdbeere bleibt bei mir nicht am Strauch hängen, nur weil gerade kein Fruchttag ist.

Mein Plan für die nächste Erdbeersaison

Für die nächste Saison möchte ich vor allem drei Dinge verändern: einen guten Standort auswählen, den Boden besser vorbereiten und nach der Ernte gezielt weiterpflegen. Die Arbeiten möchte ich weiterhin möglichst an Fruchttagen durchführen und beobachten, ob sich dadurch zusammen mit der besseren Bodenpflege etwas verändert.
Mein Ziel ist einfach: mehr Erdbeeren.

Meine Oma hatte früher immer viele davon. Bei ihr gab es Erdbeeren mit Vanillepudding zum Nachtisch. Meine eigenen Erdbeeren haben es bisher kaum bis in die Küche geschafft, weil ich sie gleich im Garten gegessen habe.
Vielleicht ist das also das beste Ziel für meinen Versuch: Nächstes Jahr sollen genug Erdbeeren wachsen, dass nach dem Naschen im Garten noch eine Schüssel für Vanillepudding übrig bleibt.

Herzlichst,
Eure Katrin

Quelle:
Erfahrungen für den Garten – Maria Thun

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