Im Oktober merke ich richtig, wie sich das Gartenjahr verändert. Morgens ist es länger dunkel, die Nächte werden kälter und viele Beete werden langsam leer. Trotzdem ist für mich im Garten noch lange nicht Schluss.
Es gibt noch einiges zu ernten, manches kann sogar noch ausgesät werden und vor allem beginnt jetzt die Zeit, in der ich mich um die abgeernteten Beete kümmere. Denn nur weil dort gerade kein Gemüse mehr wächst, heißt das nicht, dass der Boden bis zum Frühjahr keine Rolle mehr spielt. Und dann gibt es natürlich noch die Arbeiten, die ich jedes Jahr gern etwas vor mir herschiebe: Kübelpflanzen reinholen, Knollen ausgraben und überlegen, was eigentlich wohin soll.
Was kann ich im Oktober noch aussäen?
Wurzelpflanzen
Blattpflanzen
Blütenpflanzen
Fruchtpflanzen
Im Oktober ist allerdings nicht nur entscheidend, was ich aussäe, sondern auch wann. Die Tage werden schnell kürzer und die Temperaturen sinken. Deshalb versuche ich, die Aussaaten möglichst früh im Oktober in die Erde zu bekommen. Dieses Jahr ist vom 3. bis 15. Oktober Pflanzzeit, das passt mir also super!
Herbstknoblauch wird jetzt gesteckt, bleibt über den Winter im Beet und kann im nächsten Sommer geerntet werden. Dafür suche ich ihm einen Platz mit lockerer Erde aus.
Auch Steckzwiebeln können jetzt, sofern es eine Wintersorten ist, noch in die Erde.
Apfel, Birne, Pflaume oder Stachelbeere können jetzt gepflanzt werden. Der Boden ist noch nicht durchgefroren und die zunehmende Herbstfeuchtigkeit hilft den Pflanzen beim Anwachsen.
Und dann wären da noch die Frühjahrsblüher. Tulpen, Narzissen und Schneeglöckchen müssen jetzt in die Erde, wenn es im Frühjahr blühen soll.
Kompost gehört für mich zum Oktober dazu
Nach der Ernte fällt wieder jede Menge Pflanzenmaterial an. Damit schließt sich eigentlich schon der nächste Kreislauf: Was in diesem Jahr im Garten gewachsen ist, kann zum Teil über den Kompost wieder zu Nahrung für den Boden werden.
Auf abgeernteten Flächen kann außerdem Kompost verteilt werden. In der biologisch-dynamischen Praxis wird auf solchen Flächen unter anderem mit dem Fladenpräparat gearbeitet. Ich finde gerade den Herbst interessant, weil man jetzt sehr deutlich merkt: Die Arbeit für die nächste Gartensaison beginnt nicht erst mit der ersten Aussaat im Februar oder März. Sie beginnt eigentlich jetzt.
Biodynamisch gärtnern im Oktober
Natürlich schaue ich auch im Oktober wieder in meinen Aussaatkalender.
Ich versuche dabei inzwischen nicht mehr, meinen kompletten Alltag zwanghaft um einen Kalender herumzubauen. Wenn das Wetter nicht passt oder ich arbeiten muss, dann ist das leider so.
Wenn ich aber die Wahl habe, kann ich bestimmte Arbeiten auf die entsprechenden Blatt-, Wurzel-, Blüten- oder Fruchttage legen. Oben habe ich euch die entsprechenden Pflanzen schon ihren Pflanzorganen zugeordnet, dann könnt ihr das ganze schnell überblicken (und mir hilft es auch im Alltag).
Den Garten winterfest machen
Ein paar klassische Herbstarbeiten bleiben natürlich trotzdem. Herbsthimbeeren können nach der Ernte zurückgeschnitten werden. Frostempfindliche Kübelpflanzen müssen rechtzeitig ins Winterquartier und nicht winterharte Knollen wie Gladiolen sollten ausgegraben werden.
Frisch gepflanzte Gehölze und Erdbeeren sollte man auch im Herbst nicht einfach vergessen. Bleibt der Oktober trocken, brauchen sie weiterhin Wasser.
Auf dem Rasen möchte ich keine dicke, nasse Laubschicht liegen lassen. Im Teich ist zu viel Laub ebenfalls ungünstig. Das bedeutet aber nicht, dass ich das ganze Laub aus dem Garten schaffen muss. Unter Gehölzen oder in einer Gartenecke darf es liegen bleiben. Ein Laubhaufen kann Tieren einen geschützten Platz bieten und am Ende wird auch daraus wieder organisches Material für den Garten.
Herzlichst,
Eure Katrin
Quellen:
Aussaattage 2026 – Maria Thun
www.biodyn.wiki
www.plantura.garden







