Die Gartenarbeiten im November stehen vor allem für den Frostschutz, die Bodenpflege und die letzten Ernten. Auch einige Gemüsearten können jetzt noch ausgesät werden. Dabei muss nicht jedes Beet aufgeräumt werden. Pflanzenreste und Herbstlaub können den Boden schützen und vielen Tieren einen Platz zum Überwintern bieten.
Bei mir wird es im November hoffentlich schon ziemlich ruhig. Wenn alles gut geht, kann ich noch den Salat ernten, den ich im Oktober angezogen habe. Ansonsten stehen nur wenige Gartenarbeiten an. Die Vögel bekommen Futter und ich achte darauf, dass sie auch bei Frost Zugang zu Wasser haben.
Gemüse im November aussäen und ernten
Auch wenn die Temperaturen sinken, ist die Aussaatsaison noch nicht vollständig vorbei. Besonders im Gewächshaus oder Frühbeet gibt es noch einige Möglichkeiten.
Für eine späte Aussaat eignen sich unter anderem:
Blattpflanzen
Wurzelpflanze
Auch eine späte Möhrensaat für das nächste Frühjahr ist unter passenden Bedingungen möglich. Dabei sollten die Samen möglichst erst im Frühjahr keimen. In Regionen mit wechselhaftem Winterwetter ist diese Methode allerdings nicht immer zuverlässig.
In meinem Gewächshaus sollen jetzt die Tomaten weichen, damit der Salat mehr Platz bekommt. Die Tomatenpflanzen sind inzwischen groß geworden und kommen auf den Kompost.
Ob ich den im Oktober angezogenen Salat tatsächlich noch im November ernten kann, wird sich zeigen. Das hängt natürlich auch davon ab, wie kalt es wird und wie viel Licht die Pflanzen noch bekommen.
Bodenpflege im November – Laub und Kompost statt Winterfurche
Eine Arbeit steht bei mir auf jeden Fall noch an: Ich möchte Laub und Kompost auf meinen Beeten verteilen. Früher wurde der Garten im Herbst häufig vollständig umgegraben. Besonders auf schweren Lehmböden sollte die sogenannte Winterfurche dafür sorgen, dass der Frost größere Erdschollen aufbrechen konnte. Das mache ich dieses Jahr nicht.
Ich beschäftige mich inzwischen viel intensiver mit dem Boden und seinen Lebewesen. Deshalb möchte ich ausprobieren, wie sich die Erde entwickelt, wenn ich sie möglichst wenig bearbeite und stattdessen über den Winter mit organischem Material bedecke.
Das Laub wird zusammen mit dem Kompost auf den Beeten verteilt. Dort können Regenwürmer, Pilze und Mikroorganismen mit der Zersetzung beginnen. Bis zum Frühjahr wird hoffentlich bereits ein Teil des Materials umgesetzt sein. Wichtig ist dabei, dass das Laub nicht als dicke, nasse Schicht zusammenklebt. Besonders auf meinem schweren Boden möchte ich darauf achten, dass die Erde ausreichend Luft bekommt.
Eine Erkenntnis konnte ich allerdings schon gewinnen. Unter unseren Walnussbaum habe ich sein 2 Jahren eine dünne Schicht Laub liegen. Das fand ich immer toll, denn es sah nach Wald aus und unterdrückte das Unkraut. Jetzt gibt allerdings Neuigkeiten. Vor unserer Haustür fängt es an moderig zu riechen und ich sag euch, das ist nicht erstrebenswert. Bei Zeiten werde ich das alte Laub verräumen.
Warum ich das Herbstlaub nicht entsorge
Herbstlaub ist für mich mittlerweile ein wertvoller Bestandteil des Gartenkreislaufs. Ein Teil kommt in den Hühnergarten, ein anderer auf die Gemüsebeete. Außerdem dürfen Laub und Pflanzenreste auch an geschützten Stellen liegen bleiben. Dort bieten sie verschiedenen Tieren Unterschlupf. Wer genügend Platz hat, kann einen Laubhaufen als Winterquartier für Igel und andere Gartenbewohner anlegen.
Bei stark von Krankheiten befallenen Pflanzen sollte man allerdings genauer hinschauen. Manche Krankheitserreger können auf Pflanzenresten überwintern. Solches Material sollte je nach Erkrankung gezielt entfernt werden.
Biodynamische Gartenarbeiten im November
Auch im biologisch-dynamischen Garten spielt die Bodenpflege im Herbst eine wichtige Rolle. Ich orientiere mich bei meiner Gartenarbeit unter anderem an den Empfehlungen von Maria Thun. Allerdings bedeutet das für mich nicht, dass ich jede mögliche Arbeit auch tatsächlich erledigen muss, zumindest jetzt am Anfang.
Im November möchte ich noch einmal Hornmist ausbringen. Weitere Präparate habe ich vorerst nicht eingeplant.
Hornmist – Präparat 500
Hornmist gehört zu den bekanntesten Präparaten der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Es wird traditionell zur Unterstützung der Bodenentwicklung und des Wurzelwachstums angewendet. Eine wissenschaftlich eindeutig nachgewiesene spezifische Wirkung des Präparats gibt es bislang nicht. Für die Anwendung wird eine kleine Menge Hornmist eine Stunde lang in Wasser rhythmisch gerührt und anschließend fein über dem Boden verteilt.
Nach biodynamischer Praxis wird Hornmist vorzugsweise am Nachmittag oder Abend auf einen offenen, ausreichend feuchten und nicht gefrorenen Boden ausgebracht.
Im November verbinde ich dann die beiden Praxen miteinander. Andere Präparate wie Hornkiesel werde ich jetzt nicht mehr einsetzen, denn im Garten beginnt bei mir die Winterruhe.
Wenn du mehr über Hornmist erfahren möchtest, dann emfehle ich dir meinen ausführlichen Artikel dazu: https://econook.de/boden-und-pflanzenstaerkung/hornmist-praeparat-500-in-der-praxis/
Stauden und Wildblumen
Im Ziergarten wird bei mir im November auch nicht mehr viel aufgeräumt. Die Stauden dürfen stehen bleiben, genauso wie die Reste der Wildblumen in meinem Vorgarten. Auch die übrigen Blumen lasse ich über den Winter stehen.
Das hat einen einfachen Grund: Viele Vögel nutzen die Samenstände als Nahrungsquelle. Gleichzeitig bieten hohle Stängel und abgestorbene Pflanzenteile Insekten und anderen kleinen Tieren Überwinterungsmöglichkeiten. Nicht jede verblühte Pflanze muss deshalb gleich abgeschnitten werden.
Wer seinen Garten im Herbst vollständig aufräumt, entfernt häufig auch wertvolle Lebensräume. Ich finde es sinnvoller, einen Teil dieser Arbeit einfach auf das Frühjahr zu verschieben, zumal ich im Moment auch nicht wirklich motiviert bin.
Frostschutz im November
Auch wenn mein Garten weitgehend in Ruhe bleiben darf, müssen frostempfindliche Pflanzen rechtzeitig geschützt werden. Schon Mitte Oktober haben wir nachts die 8 Grad Celsius Marke geknackt.
Besonders Kübelpflanzen sind gefährdet. Anders als im Gartenboden können ihre Wurzeln im Topf schnell durchfrieren. Mit Jute, Vlies oder einer isolierenden Hülle lässt sich der Topf schützen. Zusätzlich hilft ein geschützter Standort nahe der Hauswand. Die Pflanzen sollten auch im Winter nicht vollständig austrocknen.
Bei Rosen kann es sinnvoll sein, die Veredelungsstelle mit Erde oder reifem Kompost anzuhäufeln. Empfindliche Gehölze und frisch gepflanzte Bäume benötigen je nach Art und Standort ebenfalls zusätzlichen Schutz.
So weit die Theorie, ich muss sagen ich bin zu bequem für den ganzen Aufwand. Bei uns holen wir die Empfindlichen Bäume und Dahlien komplett rein in die Werkstatt.
Dahlien und Gladiolen überwintern
Dahlien und Gladiolen sind nicht zuverlässig winterhart. Dahlien können nach dem ersten leichten Frost ausgegraben werden, wenn die oberirdischen Pflanzenteile abgestorben sind. Die Knollen werden vorsichtig aus der Erde genommen, kontrolliert und anschließend kühl und frostfrei gelagert.
Gladiolen werden rechtzeitig vor stärkeren Frösten ausgegraben. Ihre Knollen sollten vor der Einlagerung gut abtrocknen.
Wichtig ist bei beiden Pflanzen, dass beschädigte oder faulende Knollen aussortiert werden. Die gesunden Knollen müssen so gelagert werden, dass sie weder austrocknen noch faulen.
Vögel im November unterstützen
Wenn die eigentlichen Gartenarbeiten abgeschlossen sind, kümmere ich mich besonders gern um die Vögel. Dazu gehört für mich, Futter bereitzustellen und dafür zu sorgen, dass immer frisches Wasser erreichbar ist. Gerade an Frosttagen ist eine Wasserstelle hilfreich. Dabei sollte das Wasser regelmäßig erneuert und die Tränke sauber gehalten werden.
Auch die stehen gebliebenen Stauden und Wildblumen gehören für mich zur Unterstützung der Vögel. Sie bieten natürliche Nahrung und Deckung, aber das habe ich euch ja schon oben geschrieben.
Die ruhigere Gartenzeit für die Biodynamik nutzen
Wenn im November die Gartenarbeit weniger wird, möchte ich mich wieder stärker bei BiodynWiki einbringen. Durch die Arbeit von Herrn Hagdorn konnte ich selbst sehr viel über die biologisch-dynamische Landwirtschaft lernen. Sein Wirken hat mir geholfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und vieles davon in meinem eigenen Garten auszuprobieren.
Dafür bin ich dankbar und möchte nun einen Teil davon zurückgeben, indem ich die Arbeit an biodyn.wiki unterstütze.
Und wie sieht es bei dir aus? Räumst du deine Beete im Herbst vollständig ab oder lässt du Pflanzenreste und Laub über den Winter liegen? Schreib mir gern, wie du es in deinem Garten machst.
Wenn du meinen Weg zum biologisch-dynamischen Gärtnern weiter begleiten möchtest, findest du in meinem Econook-Newsletter jeden Monat aktuelle Aussaattage nach Maria Thun, Gartenarbeiten, Erfahrungen aus meinem Garten und die neuesten Blogartikel.
Herzlichst,
Eure Kartin







