Garten winterfest machen Econook

Garten winterfest machen

Den Garten winterfest machen, den Boden pflegen und gleichzeitig Lebensräume für Tiere erhalten, sind Dinge, die wie jetzt schon anfangen können. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, und nicht jede passt zu jedem Garten. Hier berichte ich kurz und Knapp von den wichtigsten Tipps aus meinen schlauen Büchern. Los gehts!

Mein Garten winterfest?

Wir haben inzwischen Mitte Oktober und in meinem Gewächshaus stehen noch immer die Tomaten. An der warmen Hauswand blühen die Löwenmäulchen in einem satten rot um die Wette und im Beet stehen meine Paprikapflanzen.
Eigentlich gibt es noch einiges zu tun. Die Buschbohnen müssen abgeräumt werden und mein Knoblauch steht inzwischen das zweite Jahr im Beet. Den muss ich unbedingt einmal ausgraben und schauen, was daraus geworden ist.

Auch die Hochbeete brauchen wieder neues Material, denn die Erde ist über das Jahr ordentlich zusammengesackt. Allerdings fehlt mir momentan die Zeit. Wir bekommen eine Austauschschülerin und auch sonst ist gerade einiges los. Deshalb bleibt manches im Garten noch stehen. Und so wie ich in Gesprächen mit anderen höre, habe nicht nur ich die Herausforderung mit der Zeit.

Warum Garten winterfest machen?

Früher habe ich beim Begriff „winterfest machen“ hauptsächlich daran gedacht, die abgeernteten Pflanzen zu entfernen, die Beete aufzuräumen und alles für das nächste Gartenjahr vorzubereiten.
Mittlerweile beschäftige ich mich intensiver mit der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und lese dazu verschiedene Bücher. Dabei kann ich euch nun sagen, dass sich hinter der Vorbereitung auf den Winter viel mehr verbirgt, als ich ursprünglich dachte.

Besonders der Boden spielt dabei eine wichtige Rolle. Klar, er ist eines der wenigen Dinge die vom Sommer bleiben. Denn auch wenn oberirdisch kaum noch etwas wächst, ist der Boden nicht einfach tot oder inaktiv. Regenwürmer und Mikroorganismen sind weiterhin vorhanden, auch wenn ihre Aktivität bei niedrigen Temperaturen abnimmt.
Die Frage ist also nicht nur, wie ich meinen Garten vor dem Winter aufräume, sondern auch, wie ich den Boden für das kommende Frühjahr sinnvoll vorbereiten kann.

Den Gartenboden auf den Winter vorbereiten

Beim Lesen bin ich auf unterschiedliche Empfehlungen gestoßen, die jedoch ähnlich sind.

Maria Thun beschreibt in ihrem Buch Erfahrungen für den Garten, dass unbepflanzte Beete etwa alle drei Jahre in grober Scholle überwintern sollen. Diese sogenannte Winterfurche soll den Boden durch die winterlichen Einflüsse verbessern.

Manfred Klett beschreibt ebenfalls, welche Bedeutung der Frost für die Bodenentwicklung haben kann.
Wenn Wasser im Boden gefriert, dehnt es sich aus. Dadurch können größere Erdklumpen aufbrechen. Diesen Vorgang nennt man Frostgare. Besonders bei schweren, lehmigen Böden kann das interessant sein.

Andere Autoren empfehlen wiederum, die Erde möglichst nicht komplett offen liegen zu lassen. Helga Wagner setzt beispielsweise auf eine schützende Kompostschicht, und Dr. Kühnemann erzählt vom halbfertigen Kompost als Bodenbedeckung und einer schützenden Laubschicht.

Ich finde diese verschiedenen Ansätze interessant. Sie zeigen mir, dass es beim Gärtnern nicht immer nur den einen richtigen Weg gibt. Weil unser Garten einen schweren Lehmboden hat, bin ich jetzt dabei mir das Beste von allem rauszusuchen.

Laub und Kompost verwenden vor dem Winter

Im Herbst fällt jede Menge organisches Material an. Laub, abgestorbene Pflanzenteile und Reste aus den Beeten müssen aber nicht einfach entsorgt werden.

Bei uns kommt ein Teil des Laubes in den Hühnergarten. Ich will versuchen es als Einstreu zu nutzen, hoffentlich wird es ein relativ trockener Herbst. Den Rest möchte ich zusammen mit Kompost auf den Beeten verteilen. Aber nicht größere Mengen Laub, denn die werden wahrscheinlich als eine dicke, zusammenklebende Schicht auf den Beeten liegen.
Meine Hoffnung ist, dass die Bodenorganismen dieses Material bis zum Frühjahr weitgehend zersetzt haben und ich damit gleichzeitig etwas für den Humusaufbau tue.

Dabei kommt es natürlich darauf an, welches Material ich verwende. Weiches Laub verrottet meistens schneller als beispielsweise Eichenlaub oder Walnuss. Und jetzt ratet mal, was ich in Mengen habe. Richtig, wir haben einen wunderschönen Nussbaum bei uns im Vorgarten.

Interessant finde ich, dass Maria Thun Mulchschichten kritisch betrachtet, weil sich darunter auch Schnecken verstecken können. Andere Autoren betonen dagegen den Schutz des Bodens vor Erosion und starken Temperaturschwankungen und wenn man Wildtiere im Garten hat, könnten diese später zum Beispiel Schneckeneier fressen.

Ihr seht schon, hier haben sich schlaue Menschen einen Kopf gemacht, nur was ich am ende umsetze, das muss ich für mich und ihr für euch selbst entscheiden.

Muss ich alle Pflanzen zurückschneiden?

Nicht jede Pflanze muss im Herbst abgeschnitten werden. Verblühte Stauden können über den Winter stehen bleiben. Ihre Samenstände bieten Vögeln Nahrung und hohle oder markhaltige Stängel können verschiedenen Insekten als Überwinterungsplatz dienen.

Auch Laub- und Reisighaufen sind wertvolle Rückzugsorte für Tiere wie Kröten oder Blindschleichen.
Natürlich gibt es Pflanzenreste, die ich entfernen möchte, beispielsweise die abgeernteten Buschbohnen. Aber ich muss nicht den ganzen Garten leer räumen, nur damit er ordentlich aussieht. Meine Löwenmäulchen dürfen jedenfalls noch weiterblühen, solange das Wetter es zulässt.

Paprikapflanzen überwintern, ein Versuch

Eine Sache möchte ich dieses Jahr unbedingt ausprobieren. Im Internet habe ich gesehen, dass man Paprikapflanzen überwintern kann. Eigentlich werden Paprika bei uns einjährig angebaut, weil sie bei Temperaturen unter 5 – 10 Grad einfrieren, obwohl es sich botanisch um mehrjährige Pflanzen handelt.

Die Idee ist, die Pflanzen vor dem Frost auszugraben, in Töpfe zu setzen und im Haus zu überwintern (10 – 24 Grad). Je nach Überwinterungsmethode werden sie zurückgeschnitten und Früchte sowie ein Teil der Blätter entfernt. Im nächsten Frühjahr sollen die Pflanzen dadurch einen Wachstumsvorsprung haben, weil sie bereits über ein entwickeltes Wurzelsystem verfügen.

Ob das funktioniert, weiß ich noch nicht. Aber das möchte ich ausprobieren. Wenn die Pflanzen gut über den Winter kommen, wäre das eine Möglichkeit, im nächsten Jahr früher Paprika zu ernten. Ich freue mich jetzt schon. Ich werde berichten, wie sich meine Pflanzen entwickeln.

Was im Herbst sonst noch wichtig ist

Neben der Bodenpflege gibt es einige Arbeiten, die im Herbst sinnvoll sein können.

Obstbäume und Beerensträucher pflanzen: Nach dem Laubfall beginnt bei vielen winterharten Gehölzen eine günstige Pflanzzeit, solange der Boden nicht gefroren oder völlig vernässt ist.

Wintergemüse schützen: Feldsalat und Winterpostelein vertragen Kälte recht gut. Bei stärkerem Frost kann je nach Kultur ein Vlies sinnvoll sein.

Kompost vorbereiten: Auch der Komposthaufen geht in eine ruhigere Phase. Bei sinkenden Temperaturen verläuft die Zersetzung langsamer. Eine Abdeckung kann verhindern, dass der Haufen durch anhaltenden Regen zu nass wird.

Gartengeräte pflegen: Spaten, Hacken und Gartenscheren sollten gereinigt und trockengelagert werden. Ein wenig Öl schützt Metallteile vor Rost.

Und wer noch Knoblauch stecken möchte, kann im Oktober bei geeigneter Witterung damit beginnen. Maria Thun empfiehlt dafür Wurzeltage.

Der Winter ist auch eine Zeit zum Lesen und Planen

Auf diesen Teil des Gartenjahres freue ich mich schon besonders. Zu dieser Zeit beschäftige ich mich besonders mit der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Hierfür ist BiodynWiki eine super Seite um eine Informationssammlung aufzuwerten. Das werde ich nicht müde zu betonen.

Um das nächste Gartenjahr zu planen, greife ich allerdings auch gern auf die Schriften von Maria Thun zurück und gebe dem ganzen meinen persönlichen Pfiff aus Büchern und vor allem meiner Zeitvorstellung und den Bedarf meiner Familie. Doch dazu kommt bestimmt im Winter nochmal eine Anleitung.

Mein Fazit: Der Garten muss nicht perfekt aufgeräumt sein

Auch wenn bei mir noch Tomaten, Buschbohnen und Paprika stehen und die Hochbeete auf neuen Kompost warten, ist das kein Grund, in Hektik zu verfallen. Wichtiger ist mir, nach und nach die Arbeiten zu erledigen, die dem Boden und den Pflanzen zugutekommen. Und wenn manches bis zum ersten Frost stehen bleibt, dann ist das eben so.

Wie bereitest du deinen Garten auf den Winter vor? Räumst du deine Beete komplett ab oder lässt du Pflanzen und Laub bewusst liegen? Schreib mir gerne, wie du das in deinem Garten handhabst.

Wenn du wissen möchtest, welche Gartenarbeiten im jeweiligen Monat anstehen, melde dich gerne zu meinem Econook-Newsletter( https://econook.de/#newsletter ) an. Dort teile ich immer pünktlich zum kommenden Monat meine aktuellen Gartentipps, neue Blogartikel und meine Erfahrungen mit dem biologisch-dynamischen Gärtnern.

Herzlichst,
Eure Katrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert