Ein ehrlicher Gedankengang von Katrin
Ich habe keinen Aluhut auf. Ich glaube nicht an Mainzelmännchen im Komposthaufen. Ich sehe WLAN nicht, und doch nutze ich es täglich. Genau so geht es mir mit Vielem der Biodynamik.
Was heute manchmal als „Pseudowissenschaft“ belächelt wird, könnte die Landwirtschaft von morgen revolutionieren, oder doch nicht? Vielleicht bleibt es auch einfach bei einer Handvoll Menschen, die sich trauen, mit dem Boden, dem Mond und den Mikroorganismen auf Tuchfühlung zu gehen, statt sich auf bunte Verpackungen und Normgrößen zu verlassen.
Ich bin keine Chemikerin. Ich kann dir nicht mit Fachbegriffen erklären, warum ich einen selbstgemachten Frischkäse lieber esse als den aus der Supermarktkühlung. Aber ich weiß, wenn ich im Garten stehe und die jungen Tomatenpflänzchen setze, oder ich mit Kompost und Präparaten hantiere, dann bewegt mich das, sowohl körperlich als auch seelisch.
Ich bin der Überzeugung, dass alles, was wir zu uns nehmen, eine gewisse Schwingung trägt. Dass „tote“, zusammengeklatschte Nahrung (hochgezüchtet, mit Stickstoff gefüttert und auf Masse getrimmt) uns eher Energie raubt, als sie uns zu geben. Und dass ehrliche Nahrung (gewachsen mit Respekt, guten Ausgangsstoffen und mit Unterstützung) diese Welt ein kleines bisschen heiler macht, auch wenn das noch kein Labor messen kann.
Versteh mich nicht falsch: Ich lande auch manchmal vor der Kühlung. Dann bin ich hungrig, in Eile und genervt. Und ja, ich greife dann zu abgepackten Lebensmitteln. Wir leben nicht im Reinheitsgebot. Aber, ich merke den Unterschied. Nicht immer auf der Zunge, aber später, im Bauch, im Kopf, in der Stimmung. Ich bin danach immer träge und schmeiße mich auf die Couch. Und ich weiß dass ich keine Ausnahme bin.
Biodynamik muss man nicht verstehen. Auch nicht glauben, aber man kann beobachten. Wann keimt was? Wie fühlt sich der Boden an? Wie lange hält sich die Möhre im Keller? Wie fühle ich mich? Wenn man sich nähert, nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit einer gewissen Offenheit, dann kommen die Aha-Momente. Nicht sofort, aber sie kommen, zumindest bei mir.
Biologisch-dynamischer Anbau ist keine Akutpille, wie wir Menschen es von allem gewohnt sind. Er ist ein Prozess. Das arbeiten für die Zukunft. Als Gesundheits- und Krankenpflegerin nennen wir es Prävention. Und genau das ist es für mich, Vorbeugung.
Ob die Biodynamik also die nächste große Wende ist? Das weiß ich nicht. Vielleicht. Vielleicht auch nur für die, die hinschauen. Aber ob wir tote, zusammengeklatschte Produkte essen oder uns ehrliche, nachvollziehbare Nahrung zubereiten, das entscheidet jeder von uns. Jeden Tag neu.
Herzlichst,
Eure Katrin







