Zwischen Winterruhe und erstem Drängen
Im Februar verändert sich etwas. Eine aufsteigende Unruhe liegt in der Luft. Draußen ist der Boden meist nass, schwer vom Wasser, und noch nicht bereit für meine Hände und Werkzeuge. Also bleibt die Arbeit weiterhin drinnen. Doch sie beginnt jetzt wieder spürbar.
Beim biodynamisch gärtnern im Februar geht es nicht um Tempo, sondern um Wachsamkeit, um das genaue Hinsehen und um das rechtzeitige Beginnen ohne zu überholen.
Das Aussaatregal füllt sich
Mein Aussaatregal wird im Februar deutlich lebendiger. Die Lampen leuchten vermehrt und die Schalen stehen dichter. Mein Schwerpunkt liegt jetzt klar auf den Blattpflanzen. Salate in verschiedenen Formen, viel Batavia, Eichblattsalat und Lollo. Dazu gesellt sich Sommerporree und Lauch.
Kohl bleibt zurückhaltend bei uns und auch Stangensellerie ist nur in kleinen Mengen dabei. Bei den Wurzelpflanzen kommen Zwiebel, Gemüsezwiebel, rote Bete und Knollensellerie hinzu.
Und dann kommen die Fruchtpflanzen. Chili nur säen wir eine milde Sorte und Paprika gibt es in großer Vielfalt. Aubergine und Physalis nehme ich inzwischen bewusst leider nicht mehr, sie beansprucht zu viel Raum. Die dicke Bohne kommt als erste Leguminose hinzu.
Diese Aussaat im Februar in Norddeutschland bleibt weiterhin geschützt unter Licht und Glas. Denn draußen ist es noch zu nass und zu kühl.
Wenn Präparate in Bewegung kommen
Jetzt beginnt auch die Zeit, in der die biodynamischen Präparate wieder eine Rolle spielen.
Hornmist setze ich bei den ersten Aussaaten ein oder dann, wenn Pflanzenreste in den Boden eingearbeitet werden. Es unterstützt den Neubeginn im Erdreich, dort wo alles Wachsen vorbereitet wird.
Ab circa Mitte Februar kommt Hornkiesel hinzu. Bei Gemüse vormittags gespritzt, fein verteilt für Licht und Aufbau. Die Kompostpräparate 502 bis 507 begleiten weiterhin die Umsetzprozesse im Hintergrund.
Auch das Fladenpräparat kann jetzt zusätzlich gespritzt werden, besonders dort, wo organische Substanz in Bewegung kommt. Es wirkt anregend und aktivierend auf die Umsetzungen im Boden.
Wer im letzten Jahr den Baumanstrich nach Maria Thun verpasst hat, kann ihn nun während der Pflanzzeit nachholen. Auch das gehört zu diesen ruhigen Ausgleichsarbeiten im Spätwinter.
Noch kein Draußen und doch schon mittendrin
Die Füße stehen im Februar oft noch im Haus, nicht im Beet. Und trotzdem fühlt es sich an, als sei man schon wieder mitten im Gartenjahr. Saat für Saat entsteht eine Verbindung. Licht trifft auf die Erde und Wasser auf Samen.
Die nasse Witterung draußen erinnert daran, dass Geduld weiterhin Teil dieser Arbeit ist. Nicht alles, was innerlich drängt, darf sofort umgesetzt werden. Der Februar lehrt Maß.
Checkliste für den Februar
Blattpflanzen
- Bataviasalat
- Eichblattsalat
- Lollosalat
- Sommerporree
- Lauch
Wurzelpflanzen
- Zwiebel
- Gemüsezwiebel
- Rote Bete
- Knollensellerie
Fruchtpflanzen
- Chili mild
- Paprika
- Aubergine
- Physalis in kleinen Mengen
- Dicke Bohne
Biodynamische Arbeiten
- Hornmist bei Aussaaten und Einarbeitung von Pflanzenresten
- Hornkiesel ab Mitte Februar vormittags bei Gemüse
- Kompostpräparate 502 bis 507 begleiten weiter die Umsetzungsprozesse
- Fladenpräparat zur zusätzlichen Aktivierung der Bodenprozesse
- Baumanstrich nach Maria Thun kann jetzt nachgeholt werden
Ein geruhsamer Übergang
Der Februar ist kein lauter Monat, aber er ist ehrlich. Die Arbeit beginnt wieder, leise, Schritt für Schritt, weiterhin immer im Schutz des Hauses, noch immer begleitet vom grauen Licht draußen. Und doch liegt in jedem Samen bereits das ganze kommende Jahr.
Herzlichst,
Eure Katrin







