Warum die Präparate mehr sind als Zusätze
Die sechs Kompostpräparate – Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian – wirken im Haufen wie kleine Organ-Impulse. Sie begleiten die Rotte, halten Nährstoffe im Strom des Bodens und laden kosmische Kräfte in das Geschehen ein. Wer einmal den Unterschied gerochen hat, versteht: Ein Haufen, der damit durchsetzt ist, duftet warm, dunkel und lebendig.
Mein eigener erster Komposthumus war zwar nur eine Schubkarre voll – aber er war ein Erlebnis. Dieses Gefühl, das schwarze, krümelige Material in den Händen zu haben und zu wissen: Es funktioniert. Bei mir auch.
Schritt für Schritt durch den Zyklus
Zeitpunkt und Platz
Die Präparate gehören in den Haufen, wenn er frisch aufgesetzt wird. Dann ist das Material durchmischt, handfeucht und bereit für die heiße Phase. Wer später zugibt, verpasst diesen Moment und verschenkt Wirkung.
Die richtige Menge
Ein kompletter Satz besteht aus winzigen Mengen: je etwa 2 Gramm der festen Präparate und ein paar Milliliter Baldrian. Für einen normalen Gartenhaufen reicht schon ein halber Satz. Mehr hilft nicht, die Präparate wollen nicht übertönen, sondern stimmen.
Vorbereitung
Kurz vor dem Gebrauch aus der Torfkiste nehmen, in kleine Kügelchen aus altem Kompost einhüllen, damit sie feucht bleiben. Das ist ihr Schutzraum, bis sie in den Haufen wandern.
Die sechs Löcher
Mit einem Stab fünf schlanke Löcher tief in den Haufen stechen. Dort bekommt jede Pflanze ihren eigenen Platz: Schafgarbe, Kamille, Brennnessel ( in die Mitte), Eichenrinde, Löwenzahn. So wird es eine runde Sache, wie mein damaliger Anatomielehrer immer sagte.
Präparate einlegen
Die Kugeln in die Löcher gleiten lassen, gut zudecken. Nicht mischen, nicht pressen, jedes Präparat lebt in seinem eigenen kleinen Klima uns wirkt von da aus auf den gesamten Kompost.
Baldrian als Abschluss
Den Baldrian in handwarmem Wasser 20 Minuten lang rühren, Wirbel dann wieder gegen den Wirbel, bis eine rhythmische Bewegung entsteht. Dann fein über den Haufen nebeln. Es ist wie ein Schutzmantel, der alles einhüllt.
Abdecken und warten
Stroh, Jute, Laub, Gras oder Vlies als Abdeckung halten die Feuchtigkeit. Wichtig ist eine gleichmäßige, atmende Hülle. Aber keine abdichten Plastikfolien, denn sie bringen Fäulnis statt Lebendigkeit.
Optional: das Wenden
Wenn die Hitze abgeklungen ist, dann kann der Haufen umgesetzt werden. Wer neues Frischmaterial zugibt, darf auch einen neuen Präparatesatz einarbeiten.
Ein Prozess mit Verwandlungskraft
Kompostieren mit den Präparaten ist miteinander Recycling. Es ist eine kleine Verwandlung: Pflanzenreste, die aufgelöst und neu zusammengesetzt werden, bis am Ende lebendiger Humus entsteht. Für mich war dieser Moment, meine erste Schubkarre fertiger Kompost, der Beweis, dass Kreisläufe auch im Kleinen gelingen.
Herzlichst
Eure Katrin







