Zwei Monde – und warum wir im Garten den richtigen brauchen

Ehrlich gesagt war es eines der letzten Dinge, die ich wirklich begriffen habe: der Unterschied zwischen dem synodischen und dem siderischen Mond. Lange Zeit habe ich versucht, ihn mir irgendwie vorzustellen. Ich habe Bücher gelesen, Vorträge gehört und mich durch unzählige Videos von Planetarien geklickt – und doch blieb es abstrakt, fast wie ein Rätsel, das sich nicht recht öffnen wollte.

Die Wende kam erst, als ich eine Darstellung fand, die mir plötzlich das Bild schenkte: So wie die Sonne im Jahreslauf im Sommer hoch am Himmel steht und im Winter tief, genau so verhält sich der Mond in seinem monatlichen Gang. Er steigt und sinkt im Tierkreis, Tag für Tag, und das ganz unabhängig davon, ob wir ihn gerade als Vollmond sehen oder als feine Sichel. Die bekannte Lichtgestalt am Himmel – Neumond, zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond – gehört allein zum synodischen Mond. Sie hängt davon ab, wie die Sonne ihn anstrahlt.

Der siderische Mond dagegen zeigt uns, in welchem Sternbild er gerade steht. Er braucht rund 27 Tage, um einmal den Tierkreis zu durchwandern, und dieser Weg ist es, der uns in der Biodynamik interessiert. Denn danach richten wir unsere Arbeiten: ob wir gerade die Wurzelkräfte, die Blattkräfte, die Blüten- oder die Fruchtkräfte ansprechen.

Für mich war diese Erkenntnis ein kleiner Durchbruch. Plötzlich sah ich den Unterschied klar:

  • Synodisch – das Mondlicht, die sichtbaren Phasen.
  • Siderisch – die Stellung im Tierkreis, das kosmische Maß, nach dem wir gärtnern

Wenn ich heute im Garten meine Arbeiten plane, schaue ich nicht mehr zuerst auf die Sichel oder den Vollmond. Stattdessen frage ich mich: Wo steht der Mond im Raum der Sterne? Diese Frage verbindet die Erde mit dem großen Lauf des Himmels – und macht für mich den Kern des biodynamischen Arbeitens aus.

Möchtest du, dass ich den Text so stehen lasse, oder soll ich am Ende noch einen kleinen praktischen Bezug zu deiner Arbeit im Garten ergänzen – etwa wie du nach dem siderischen Mond säst oder pflegst?

Herzlichst,
Eure Katrin