Gartenarbeiten im November

Der November legt sich wie ein Schleier über den Garten. Nebel kriecht über die Beete, die Tiere ziehen sich zurück, und auch die Arbeit wird leiser. Vieles kommt nun zur Ruhe, und doch gibt es noch Handgriffe, die sich lohnen.

Die Winterfurche

Manchmal – nicht jedes Jahr, sondern in größeren Abständen – breche ich im November die Erde noch einmal auf. Die Winterfurche, wie sie schon meine Oma machte, ist ein altes Wissen: Die Maulwurfserde, die den ganzen Winter über Regen, Frost und Schnee ausgesetzt ist, verwandelt sich bis zum Frühjahr in den besten Startboden für die Saat. Solche überlieferten Gesten sind für mich mehr als Arbeit – sie verbinden mit einer Gärtnertradition, die das Jahr als Ganzes denkt.

Aussaat nach Maria Thun

Trotz der Stille draußen lohnt es sich, noch etwas Neues zu wagen. Nach den Empfehlungen von Maria Thun können Blattpflanzen auch jetzt ausgesät werden: Postelein, Winterkresse, Asiasalat und Rauke sind genügsam und trotzen der Kälte. Wer ein geschütztes Beet oder ein Gewächshaus hat, kann außerdem noch Wurzelgemüse wagen: Möhren keimen dort, und auch die Kerbelrübe darf ihre Wurzeln in den kühlen Boden strecken.

Biodynamische Präparate

Neben der Aussaat stehen im November die Spritzungen an. Hornmist bringt Lebendigkeit in die Erde, Hornkiesel gibt Lichtkräfte zurück, und Schachtelhalmtee stärkt das Gleichgewicht im Boden. Wenn der Frost sich ankündigt, kann auch eine Baldrianspritzung Schutz geben. Diese Arbeiten sind stiller als die Aussaat im Frühling, doch sie sind nicht weniger wichtig – sie bilden das Fundament für das nächste Jahr.

Der Novembergarten fordert uns nicht mit Fülle, sondern mit Vertrauen: Vertrauen darauf, dass das, was wir jetzt noch säen und pflegen, im kommenden Jahr seinen Weg findet. Zwischen kahlen Zweigen und stillen Beeten wächst so die Ahnung von neuem Leben.

Herzlichst,
Eure Katrin

Das Wichtigste in Kürze:

Aussaat von Blattpflanzen nach Maria Thun: Postelein, Winterkresse, Asiasalat, Rauke,

Wurzelgemüse nach Maria Thun: Möhren im Gewächshaus und Kerbelrübe

Außerdem stehen wieder die Spritzungen von Hornmist, Hornkiesel, Schachtelhalmtee, bei Bedarf Baldrianspritzung als Frostschutz

Winterfurche – die Erde in Schollen aufgebrochen daliegen lassen