Kreislaufdenken im Garten – und was der Mensch damit zu tun hat 

Manchmal hilft ein Stift mehr als tausend Worte. Ich habe mir kürzlich die Zeit genommen und den biodynamischen Kreislauf skizziert, so wie ich ihn in meinem Garten (und im Kopf) immer mehr verstehe. Es ist ein Miteinander aus Pflanzen, Tieren, Kompost, Boden und Mensch, aber nicht einfach irgendwie, sondern mit einer klaren Qualität: belebt, durchwirkt, bewusst gelenkt. 

Vom Mist zum Leben 

Alles beginnt mit den Tieren, oder besser gesagt: mit dem Mist. Was oft als „Abfall“ gesehen wird, ist in der biodynamischen Landwirtschaft ein Schatz. Der Mist wird kompostiert. Er wird begleitet von speziellen biodynamischen Präparaten. Sie fördern die Umwandlung, die Reifung, die Belebung des Komposts. Diese beziehe ich im übrigen immer über das Internet, weil mein Partner mir keine Kuh im Garten erlaubt. Obwohl ich finde, dass ich ganz schön nett bin. *smile* Nun aber wieder akkurat, wie Oma immer sagte. 

Kompost als Herzstück 

Der Kompost geht dann wieder zurück auf die Beete. Er bringt nicht nur Nährstoffe, sondern auch Ordnungskräfte (wie man es in der Biodynamik nennt) in den Boden, er ist wie ein Vermittler zwischen kosmischen Rhythmen und dem, was hier bei uns im Garten wächst. Das erreicht der Mensch mit den Kompostpräparaten. Aus dem Boden wächst die Pflanze, sie blüht, sie bildet Früchte, und irgendwann kehrt wieder alles zurück in den Kreislauf. 

Aktiv belebend eingreifen 

Und der Mensch? Er kann diesen Kreislauf nicht erschaffen, das bleibt der Natur. Aber er kann ihn fördern, begleiten und bewusst gestalten. Zum Beispiel mit dem Spritzen von Hornmistpräparaten, die am Abend ausgebracht werden, um die Bodenkräfte zu aktivieren, oder mit Hornkiesel, das morgens auf die Blätter gesprüht wird und das Licht „ordnet“. In meiner Skizze steht über dieser Handlung: „aktiv belebend“, das trifft es gut. 

Kosmische Wirkungen verstehen lernen 

Ein weiterer Gedanke, der mich fasziniert: Der Mond zieht an uns vorbei ruhig, regelmäßig und doch mit einer Wirkung, die wir in den Meeren und im Garten spüren können. In der biodynamischen Arbeit versuchen wir, uns mit diesen Kräften zu verbinden, sie zu nutzen. In der Zeichnung steht: „Der Mond zieht in verschiedenen Höhen an Tierkreisen vorbei, aktiv fördernd.“ Das klingt erst mal abstrakt, aber wer sich länger damit beschäftigt (zum Beispiel mit den Kalendern von Maria Thun), merkt, wie sich Pflanzen wirklich unterschiedlich verhalten, je nachdem, wann man sät, pflanzt oder erntet. 

Der Mensch als Impulsgeber 

Und so komme ich zum zentralen Satz, der unter meiner Zeichnung steht: 

„Der Mensch kann nicht nur den Kreislauf hervorbringen, er kann ihn auch mit den biodynamischen Präparaten beleben und mit den kosmischen Wirkungen positiv leiten.“ 

Das ist kein Machtanspruch, sondern eine Einladung zur Verantwortung, zur liebevollen Pflege und zur Zusammenarbeit mit dem, was für den Menschen nicht spürbar wirkt. 
Das ist für mich der Kern von Biodynamik im Hausgarten: 
Wir sind keine Herrscher über den Garten. Wir sind Teil eines Ganzen und dürfen mitwirken, leiten. 

Herzlichst,
Eure Katrin