Gartenarbeiten im Januar

Ein sachter Anfang im Gartenjahr

Im Januar darf der Garten noch schlafen. Die Luft ist still, der Boden kalt, und vieles wirkt, als wäre die Zeit selbst in eine kleine Pause gegangen. Ich genieße diese Zurückhaltung, denn sie gehört genauso zum Jahreslauf wie das erste Keimen im Frühling. Noch ist keine Zeit für Eile, nur für ruhige Vorbereitung.

Während draußen das Licht flach über die Beete streift, beginne ich drinnen mit den ersten wenigen Aussaaten im Januar. Ein paar Salate, Zwiebeln und ein paar Lauchzwiebel. Es nicht viel, nur so viel, dass das Gefühl von Neubeginn aufkommt. Die Töpfe stehen in meinem alten Holzregal, das früher einmal ausrangiert werden sollte. Es hat drei Etagen, ist auf Hüfthöhe und hat mit Draht befestigte Pflanzenlampen. Seinen festen Platz hat es in den Wintermonaten bei uns auf dem Hausflur. Jedes Jahr, wenn ich es vom Dachboden hole, beginnt für mich der Übergang vom Ruhen ins Tun.

Vom Dachboden ins Licht

Die Aussaaterde bestelle ich mir in dieser Zeit noch über die Quellen meines Vertrauens. Mein eigener Kompost ist erst im Frühling einsatzbereit. Bis dahin darf er weiterreifen. Er arbeitet langsam, gleichmäßig, in seinem eigenen Rhythmus. Auch die biodynamischen Präparate bleiben im Januar noch unberührt. Sie ruhen, wie der Garten selbst, und das ist gut so. Noch keine Bewegung, nur die Erwartung. Außer im Haus, dort dürfen die ersten Spritzer ihren Weg auf die Erde finden.

Kohl, Wind und Standortgefühl

Kohl säe ich nur dann aus, wenn sein Platz vor dem Haus liegt. Dort zieht der Wind durch, und die weißen Fliegen lassen ihn in Frieden. Hinter dem Haus ist es zu windstill – ein Paradies für Schädlinge, selbst unter den feinsten Netzen. Doch das Gute ist, wo Schädlinge sind, finden Nützlinge Nahrung. Der Salat darf dagegen schon in die Pöttchen, aber nur ein paar. So bleibt noch Raum für spätere Pflanzungen im Gewächshaus oder in den Hochbeeten.

Zurückhaltung als Anfang

Biodynamisch gärtnern im Januar bedeutet, mit der Natur zu atmen statt ihr vorauszueilen. Nur bei der Aussaat nutze ich das biodynamische Fladenpräparat nach Maria Thun.
Der erste Monat erinnert daran, dass Wachsen immer mit Warten beginnt. Zwischen der Erde, dem Licht und der ersten Saat entsteht ein stiller Neubeginn. Ohne Hast, nur mit der Gewissheit, dass alles seine Zeit hat.

Checkliste für Januar

Blattpflanzen

  • Kopfsalat
  • Eissalat
  • Eichblattsalat
  • Lollosalat
  • Bataviasalat
  • Früher Blumenkohl
  • Spitzkohl
  • Früher Wirsing
  • Kohlrabi
  • Lauchzwiebel
  • Porree

Wurzelpflanzen

  • Zwiebel
  • Gemüsezwiebel
  • Rote Bete

Fruchtpflanzen

  • Chili
  • Pepino

Biodynamische Präparate

  • Kompostpräparate
  • Fladenpräparat (zur Vorbereitung oder Lagerpflege)

Ein Gedanke zum Schluss

Vielleicht ist der Januar der ehrlichste Monat des Jahres. Es geschieht kaum etwas Sichtbares, und doch liegt alles Zukünftige schon darin Es ist verborgen in den Samen, im Boden, in der geduldigen Ruhe.
Wer jetzt zuhört, hört den Garten atmen.

Herzlichst,
Eure Katrin

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