Gartenarbeit im Dezember

Draußen liegt Ruhe.

Die Beete sind leer, der Wind zieht über braune Halme, und unter der Erde ruht das Leben scheinbar. Doch wer biodynamisch gärtnert, weiß, dass auch im Winter Bewegung ist. Mikroorganismen wandeln Erntereste um, Wurzelgeflechte halten den Boden lebendig, und selbst im Dunkel arbeitet die Erde weiter, langsam, stetig und tief.

Der Dezember ist die Zeit, in der man den Rhythmus der Natur am stärksten spürt: Rückzug, Stille, Verdauung. Ich gönne mir diesen Monat als Gegenpol zum Wachsen, als eine Art Bodenruhe im eigenen Leben. Und doch, ein kleines bisschen Säen gehört für mich dazu. Auf der Fensterbank, zwischen Glas und Licht, wächst das Grün in Miniaturform weiter. Weizengras, Kresse, Postelein oder Asiasalat, kleine Blätter mit großer Lebenskraft.

Sie erinnern mich daran, dass Wachstum nicht immer laut ist.

Blattpflanzen

  • Weizengras – für Saft oder zum Knabbern.
  • Postelein – zart und mild, perfekt für den Wintersalat.
  • Kresse – klassisch, würzig, unkompliziert.
  • Asiasalat – bringt Schärfe und Farbe ins Grau.
  • Winterkresse – wächst selbst bei kühleren Temperaturen.
  • Sommerporree – Wer will, kann jetzt schon starten.

Wurzelgemüse

  • Gemüsezwiebel – kann für die frühe Pflanzung vorkeimen.
  • Kerbelrübe – eine fast vergessene Wurzel, die auf tiefgründige Erde wartet.

Fruchtpflanzen

  • Chili – braucht Wärme und Geduld, darf früh ins Licht.
  • Pepino – die Melonenbirne für den langen Atem.

Biodynamische Bodenpflege im Winter

Auch wenn nichts wächst, kann man den Boden beleben.
Das Fladenpräparat nach Maria Thun ist jetzt besonders hilfreich, immer dann, wenn Mist, Kompost oder Gründüngung eingearbeitet werden, oder wenn die Winterfurche offenliegt.

Es fördert die Aktivität der Mikroorganismen, gleicht Spannungen im Boden aus und stärkt den inneren Zusammenhang zwischen Erde und Pflanze.
Ich bringe es gern aus, bevor der Frost die Erde ganz schließt.

Checkliste für den Dezembergarten

  • Fensterbank mit Mikrogrün bestücken
  • Erde beobachten, nicht bearbeiten
  • Eingemachtes genießen und dankbar sein
  • Fladenpräparat ausbringen, wenn Boden offen ist
  • Gartengeräte pflegen, planen, ruhen

Und vielleicht liegt darin die eigentliche Arbeit des Winters: das Vertrauen, dass Leben nie verschwindet, sondern nur seine Form wechselt.

Herzlichst,
Eure Katrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert